Worin unterscheidet sich unerzogen von Laissez-faire?

_img_8834Der Unterschied zwischen unerzogen und Laissez-faire – wie es üblicherweise verstanden wird – liegt in der Beziehung, in der Achtsamkeit: Es geht nicht darum, das Kind sich selbst zu überlassen, sondern dem Kind Raum zu lassen, zu sein.

Es geht darum, das Kind nicht in eine Richtung zu ziehen. Es geht darum, dass Menschen nicht aufgrund der Vorstellung anderer zu funktionieren haben. Auch dann nicht, wenn sie klein sind.

Es geht darum, die eigenen Glaubenssätze zu hinterfragen. Es geht um Selbstreflexion.

Es geht darum, das lineare Denken von Ja und Nein, entweder–oder abzulegen und wieder neugierig wie ein Genie, also wie ein Kind, nach Lösungen zu suchen […]. Es geht um „thinking outside the box“.

Es geht um ein gleichwürdiges Miteinander. […] Um das Zutrauen und Eingestehen von Kompetenz. Und um Vertrauen. Es geht um ein Menschenbild, das vom Guten ausgeht. Es geht um bedingungslose Liebe. Es geht um Respekt.

Es geht ums Vorleben. Um Authentizität. Es geht um Verantwortung. Und um Begleitung.

Es geht darum, dass wir Erwachsene kein Recht haben, Kinder für uns passend zu machen. Und darum, auf Gewalt – jeglicher Art – zu verzichten. Es geht darum, übergriffiges Verhalten zu erkennen und einzustellen.

Es geht um Liebe.

Aida S. de Rodriguez

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2 Gedanken zu “Worin unterscheidet sich unerzogen von Laissez-faire?

  1. Hi Aida,
    ich bin vor etwa 1Jahr auf Unerzogen gestoßen und mich hat die darin zum Tragen kommende Haltung sehr positiv beeinflusst.

    In letzter Zeit aber beschäftigt mich immer mehr die laisse faire Haltung. Das rührt daher, dass ich durch den Unerzogen-Umgang immer feinfühliger die Reaktionen des Kindes lesen kann und dass es mir ein schlechtes Gefühl macht, wenn ich dem Kleinen 2j6m in den wennauch seltenen Fällen, in denen es zu einem ensthaften Interessenkonflikt zwischen uns kommt, ein „nein“ oder „das geht nicht“ entgegne.

    Daher wollte ich mich mit laissez faire beschäftigen und bin auf deinen Artikel gestoßen. Aber das, was ich in deinem Artikel lese, sind für mich die Unterschiede zwischen Erziehung und Unerzogen.

    Du schreibst zusammenfassend „Es geht ums Vorleben. Um Authentizität. Es geht um Verantwortung. Und um Begleitung.“

    Aber warum soll sich das mit laissez faire widersprechen? Auch wenn das Kind tun und lassen kann, was es will, fällt das Vorleben doch nicht weg. Genausowenig die Authentizität… Warum zeigt man keine Verantwortung, wenn das Kind sich jederzeit bei den Eltern einen verbalen Austausch holen kann? Und all das ist doch auch irgendwo Begleitung oder nicht?

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