Was ist „unden“?

 

kuscheltiereNicola antwortet auf den Beitrag einer angestrengten Mutter, deren Kind mit Fingerfarben spielen will, was die Mutter verhindern will, weil sie keine zusätzliche Arbeit will. 

Was wir hier [bei unerzogen] machen, ist zu fragen: Wie geht beides?
Kann das Kind seine Fingerabdrücke z.B. auf großem Papier ganz absichtlich lassen statt aus Versehen am Sofa?

Kann es mit Seifenfarbe die Badewanne putzen? Kannst du ein altes Bettlaken auf den Boden legen, auf dem geschmiert werden darf?  So in diese Richtung denken…
Damit behältst du euch beide im Blick. Das zu tun ist dein Job. Du kannst sie um Hilfe/Ideen bitten, wie ihr beide bzw. alle zufrieden sein könnt. Es nennt sich „unden“.

Was daran aber so wesentlich ist, dass es um deine innere Haltung geht.

  • Hast du einen imaginären erhobenen Zeigefinger, weil man das nicht macht, sich anmalen? Oder weil du noch nie darüber nachgedacht hast?
  • Oder weil du keine Farbe an den Wänden haben willst?
  • Oder weil du den Teddy schützen willst?
  • Oder hast du vielleicht gar keinen inneren erhobenen Zeigefinger und willst einfach nur so Teddy, Wände, Bett und Bruder vor Farbe schützen?
  • Oder bist du einfach nur genervt heute und bist egoistisch (sorgst für die Erfüllung deiner eigenen Bedürfnisse) und willst unnötige Arbeit vermeiden?

Dein Kind reagiert jedes Mal irgendwie auf dich, ob es das aus Angst oder Liebe macht, das kannst nur du mit ihm reflektieren.

Nicola Kriesel

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5 Gedanken zu “Was ist „unden“?

  1. Ganz im Sinne des „unden“ möchte ich eine Antwort auf diese Frage aus der guten alten Yahoo-Gruppe hier dazusetzen. Sie ist aus dem Jahre 2009.

    „Dein Kind will mit Fingerfarbe malen UND du willst, dass die Wände sauber bleiben -> ihr sucht eine Lösung die dein Bedürfnis UND das des Kindes vereinbart. Vielleicht in der Badewanne mit Fingerfarbe matschen, mit Laptop daneben im Internet surfen…

    Dein Kind will Schraubgläser auf und zu machen, dich nervt es weil du keine kaputten Gläser willst –> du suchst einen Weg wie die Gläser heile bleiben UND dein Kind doch mit Schraubgläsern spielen kann. Vielleicht nicht auf dem Tisch, sondern gleich auf dem Boden, oder andere Gläser.

    Dein Kind will mit dir was unternehmen, du hast aber keine Zeit, du suchst einen Weg, wir ihr zusammen sein könnt UND du noch arbeiten kannst. Vielleicht könnt ihr am gleichen Schreibtisch sitzen, dein Kind liest oder malt und du am Laptop, ihr habt ab und zu Kontakt wie auch immer, oder es kuschelt mit dir. Mein Sohn sitzt manchmal hinter mir auf dem Bürostuhl, wenn ich Mal keine Zeit hab und er aber kuscheln will.

    Dein Teenie will spät ausgehen und du hast Angst, willst aber schlafen –> ihr sucht einen Weg, wie du schlafen kannst und trotzdem nicht vor Sorge doch nicht einschlafen kannst, Dein Kind aber trotzdem eine gewisse Sicherheit hat und eben ausgehen kann. Vielleicht stellt ihr einen Wecker, der um 1 Uhr nachts klingelt. Wenn es klingelt, und dein Kind ist noch nicht da, hast du schon etwas geschlafen und brauchst dir erst dann Sorgen machen. Wenn es nicht klingelt heißt es, dein Kind ist zur vereinbarten Zeit nach Hause gekommen und hat den Wecker ausgemacht.

    Das wären Beispiele fürs UNDen. Es geht darum, die dritte, die vierte, die weitere Möglichkeit zu finden. Denn es gibt bekanntlich nicht nur zwei: Entweder du spielst mit Farben (und ich muss dann sauber wischen) ODER du spielst nicht (und es bleibt sauber).“

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  2. Der Gedanke und die Idee sind großartig, nur das Wort – bzw. Unwort „unden“ klingt sehr unglücklich.Was ist denn mit „vereinbaren“ oder „kombinieren“?

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