Wenn Zähneputzen zum Ringkampf wird

img_5788Sylvie zum allgegenwärtigen Thema Zähneputzen – einem Dauerbrenner unter Eltern:

Irgendwann kommt es zur Sprache, wenn Eltern aufeinander treffen. Wie klappts bei euch so mit dem Zähneputzen?
Was Kinder- und Zahnärzte naiverweise als gut gemeinte Handlungsanweisung mit auf den Weg geben, entpuppt sich für viele Eltern alsbald zum wahren Albtraum – zwei Mal täglich Zähneputzen. Und wer’s nicht schafft, hat versagt. Mööp. Elternfail deluxe.

Und auch unter unerzogen Eltern oder solchen, die sich motiviert daran machen, welche werden zu wollen, stellt sich bald die Frage: Muss das sein?

Darf ich mein Kind zum Zähneputzen zwingen? Sollte ich mein Kind zum Zähneputzen zwingen? Muss ich mein Kind vielleicht sogar zum Zähneputzen zwingen? Wo fängt denn die Vernachlässigung an? Wo muss ich einschreiten? Wo liegt meine elterliche Verantwortung, die das Kind nicht überschauen kann? Und nicht selten verkündigen Eltern: „Also unerzogen schön und gut, aber da führt ja nun kein Weg dran vorbei. Wenn er/ sie nicht will, dann muss es eben anders gehen…“

Nun könnte man erstmal seitenlang in der Theorie schwelgen wie das nun ist mit unerzogen und der Gesundheit, wann der Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht eines kleinen Menschen gerechtfertigt ist und wann nicht, ob der Zucker nicht das eigentliche Übel der Menschheit darstellt oder vielleicht sogar die Zahnärzte, welche proklamieren, mit Zähneputzen könne man Karies verhindern und damit möglicherweise komplett auf der falschen Fährte sind. Wir könnten über Zuckerersatzstoffe reden oder alternative Formen von Ernährung, Homöopathie und Ideen von alternativer Zahnheilkunde. Aber – all das soll hier nicht Thema sein. (Und wir merken uns das mit dem vermeintlichen Widerspruch von unerzogen und Gesundheitsverhalten für einen anderen Blogpost :).)

Ich würde gerne für die kommenden Zeilen folgendes voraussetzen:
Ich richte mich an Eltern, die glauben, dass (halbwegs 🙂 ) regelmäßiges Zähneputzen wichtig für die Zahngesundheit ihrer Kinder ist und dieses daher durchführen möchten. 

Wie kann das gelingen?
Durch eines ganz sicher nicht – Festhalten und Mund aufdrücken. 

Diese gängige Praxis unter Eltern, welche häufig mit „anders gehts nicht“ benannt wird, ist ein massiver Eingriff in das körperliche Selbstbestimmungsrecht des Kindes und verletzt dessen Vertrauen in die elterliche Fürsorge auf mehr als einer Ebene. Der Mensch, dem das Kind am meisten vertraut, hält es gegen seinen Willen fest, um einen Gegenstand in eine Körperöffnung einzuführen und dort eine Handlung zu vollführen, die sich im besten Fall unangenehm anfühlt und im schlimmsten Fall richtig weh tut.
Inwiefern das Kind unter diesen Bedingungen eine positive Beziehung zum Objekt „Zahnbürste“ und dem Vorgang „Zähneputzen“ aufbauen soll, ist mir schleierhaft. Ich vermute, das Kind wird mit jedem erfolgreich durchgeführten Akt mehr und mehr Angst vor diesem entwickeln, noch mehr verkrampfen, noch weniger kooperationsbereit sein und durch noch mehr Gewalt zur Vollendung geführt werden müssen. Möglicherweise gibt es irgendwann auch einfach auf, unter welchen Bedingungen Eltern gerne die Erziehungsmaßnahme als „Erfolg“ verbuchen.

Wir dürfen nicht vergessen, dass einem kleinen Kind die Sinnhaftigkeit dieses scheinbar wahllos durchgeführten Aktes überhaupt nicht einleuchtet. Um zu verstehen, warum eine Präventionsmaßnahme wie das Zähneputzen notwendig ist, brauche ich  vor allem zwei Dinge: ein Verständnis von Zeit (als Kontinuum: mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft) und genügend ausgebildete Synapsen zum Verstehen von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen.  Ich muss wissen, dass – in der fernen Zukunft (Wochen, Monate, Jahre….) – möglicherweise ein Umstand eintreten könnte, der mich schädigen könnte. Und um diesen zu vermeiden, muss ich jetzt – gegenwärtig – etwas auf mich nehmen, was mir keinen Spaß macht – um negative Konsequenzen in der weit weit entfernten Zukunft zu vermeiden. Welchem einjährigen Kind mag dieses Gedankenkonstrukt wohl gelingen? Meine Vermutung ist – keinem einzigen. Diese Art von Denken können wir beginnend im dritten Lebensjahr und so richtig ausgeprägt eigentlich erst im Vorschulalter voraussetzen. (Viele Erwachsene haben schon Schwierigkeiten  die Konsequenzen ihres übermäßigen Alkoholkonsums am heutigen Abend für den nächsten Tag abzuschätzen…)

Unsere Kinder machen das ganze Zahnputztheater also definitiv nicht um ihrer selbst Willen mit – denn sie haben keine Ahnung, wofür das gut sein soll. Wenn sie es tun, dann aus zwei Gründen: weil sie uns lieben (und daher kooperieren wollen) und/oder weil es Spaß macht. Ein dritter Grund kann die Angst vor negativen Konsequenzen oder Strafen sein, aber dann wäre das wohl nicht der richtige Blog für euch.

Was nun also tun, wenn Eltern die empfohlenen Standards zur Zahngesundheit des Kindes einhalten und trotzdem die körperliche Integrität ihres Kindes nicht verletzen wollen?

Wie schon  sooft beschrieben, geht es bei unerzogen vor allem darum, kreative Lösungen zu finden. Es gibt kein Standardrezept, welches an alle Eltern verteilt werden kann und verspricht: tu das, dann wird es klappen. Ihr müsst euch selber auf die Suche machen nach dem, was für euer Kind hilfreich sein kann. Dabei kann es sich als günstig erweisen, auf eigene Glaubenssätze zu verzichten. So sprach ich z.B. einmal mit einer Mutter, welche mir genervt berichtete, das Kind wolle einfach nicht ins Bad gehen zum Zähneputzen. Auf die Frage, warum sie dann nicht woanders in der Wohnung putzen, antwortete sie erstaunt: „Das macht man doch nicht, oder?“

Folgende Ideen haben sich für Eltern als hilfreich erwiesen:

  • Am allerwichtigsten: Niemals niemals niemals zwingen!
  • Bevor es losgehen soll – in Beziehung gehen! Bau Kontakt zu deinem Kind auf, schau es an, lache mit ihm, sprich mit ihm, geh auf Augenhöhe und sei dir sicher, dass das, was jetzt folgt, für euch beide ein angenehmes Erlebnis sein wird.
  • Spaß haben! – Je mehr Spaß man dieser Prozedur abgewinnen kann, umso positiver wird das Erlebnis für das Kind sein. Dazu gehört auch: Genug Zeit einplanen! Gestresstes Mal-schnell-noch-eben-Putzen kurz vorm Schlafengehen führt zwangsläufig zu Schwierigkeiten.
  • Zeitrahmen einräumen. – Wie oft holen wir Kinder ungefragt von Tätigkeiten weg, in denen sie versunken sind? Vielleicht passt es ihnen gerade jetzt eben nicht. Geben wir ihnen einen Zeitrahmen, über den sie selber verfügen können, dann fällt es ihnen manchmal leichter, sich selbst zu einer Tätigkeit zu entschließen.
  • Vor dem Kind putzen. – Wie oft hat dein Kind dich schon Zähneputzen sehen? Viele Kinder wissen gar nicht, dass Erwachsene das Prozedere auch über sich ergehen lassen müssen (oder wollen 🙂 ), weil wir vor dem Aufstehen des Kindes und nach dessen Zubettgehen putzen. Putz öfter vor deinem Kind! Zeig, was du machst.
  • Mit dem Kind gemeinsam putzen. – Gib deinem Kind deine Bürste in die Hand und putzt euch gegenseitig die Zähne. Das wird eine spaßige koordinatorische Meisterleistung für dich darstellen.
  • Mit dem Kind einkaufen gehen – Eine selber ausgesuchte Zahnbürste in der gewünschten Farbe und mit dem passenden Motiv kann motivierend sein. Möglicherweise möchte das Kind auch mehrere Zahnbürsten oder Becher haben, aus denen es auswählen kann.
  • Verschiedene Zahncremes testen – Manchmal verweigern Kinder das Zähneputzen schlicht und einfach, weil die Zahncreme eklig schmeckt. Insbesondere bei Kindern, die noch nicht sprechen können, lohnt sich daher der Vergleich zwischen unterschiedlichen Marken.
  • Einen eigenen Spiegel anbringen – Manchmal ist der Spiegel für Kinder zu hoch oder zu weit weg, so dass sie nicht sehen können, was eigentlich passiert. Einen Spiegel oder eine Spiegelfliese in Kinderhöhe anzubringen, kann helfen.
  • Ein eigenes Waschbecken anschaffen – Manchmal mögen Kinder auch die Plastik-Waschbecken für die Badewanne, welche dort eingehakt werden können und inkl. Spiegel und Putzbecher geliefert werden.
  • Auf den Arm nehmen – Das Kind auf den Arm nehmen und gemeinsam im großen Spiegel putzen, so dass das Kind sehen kann, was genau gemacht wird.
  • Geschichten erzählen – Manche Kinder mögen es, wenn Eltern sich verrückte Geschichten ausdenken. Von Bakterien, die gejagt werden müssen oder anderem Getier.
  • Durchkitzeln – Viele Kinder, insbesondere hartnäckige Mundzumacher, sind nach einer Runde durchkitzeln mit Lachflash eher bereit, den Mund aufzumachen und mitzumachen. Also gerne noch eine Runde Spaß haben, bevor es losgeht.
  • Elektrische Zahnbürsten – Obwohl es auch bei elektrischen Zahnbürsten nicht ausbleibt, dass nachgeputzt werden sollte, so kann auch ein kleines Kind doch schon relativ viel selber ausprobieren, bevor die Eltern nochmal drüber gehen. Außerdem haben viele Erwachsene auch elektrische Bürsten, welche den Kindern schon vertraut sind. Zahnärzte argumentieren oft, dass elektrische Bürsten nicht geeignet seien, da die Kinder dann das händische Bürste verlernten. Es besteht ja aber durchaus die Möglichkeit, beides im Haus zu haben und nach Lust und Laune zu verwenden. Manche Kinder ängstigen sich zu Beginn vor dem lauteren Geräusch und der rotierenden Bürste. Lass dein Kind auch mit der Zahnbürste spielen, sie an- und ausschalten, die Funktionen testen, vielleicht schon mal einer Puppe die Zähne bürsten. Durch die auswechselbaren Aufsätze muss das auch nicht unhygienisch sein.
  • Mit einer Lampe ausleuchten – Vielleicht hat das Kind auch Spaß daran, mit einer Lampe in seinen Mund zu leuchten, während man putzt?
  • Vor dem Fernseher/ Handy putzen – Manchmal lässt man eine unangenehme Sache leichter über sich ergehen, wenn man dabei abgelenkt ist.
  • In der Küche putzen, auf dem Balkon, unter dem Tisch, hinter der Couch, während man vom Stuhl runterhängt oder auf Mamas Beinen liegt – Wer sagt, dass das Bad der einzige Ort ist, an dem das möglich ist?
  • Anzeigen, wo man putzen soll – Das Kind soll bestimmen, wo als nächstes geputzt wird. Es zeigt auf die Stelle und man geht dorthin.
  • Zahnarztspielzeug anschaffen – Oft mögen es Kinder, im Spiel gewisse Sachen auszuprobieren. Auch zum Thema Zahngesundheit gibt es ganz witzige Sachen, so z.B. das Dr. Wackelzahn-Spiel einer gewissen Knet-Firma :). Mit Zahnbürste und roter Knete als Paste inklusive.

Und die Liste ist endlos. Seid kreativ, probiert aus, was euch helfen kann und dann tut es einfach!

Für größere Kinder eigenen sich unter anderem auch Besuche bei (freundlichen) Zahnärzten, die den Kindern alles genau erklären, einschlägige Bücher, Sendungen oder Internetseiten. Manche Eltern berichten vom gemeinsamen Anschauen von Karies-Bildern über die Google Suche (eine Vorauswahl zu treffen kann sinnvoll sein, manche Bilder sind ein wenig heftig) oder vom Einfärben der Zähne mit einer Tablette, die Plaquereste deutlich macht (erhältlich in Apotheken und Drogerien in verschiedensten Farben). Größere Kinder sind interessiert an den Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen, welche sie nun auch erfassen können, und können über diese Ebene gut erreicht werden. Wenn sie verstehen, wofür es gut ist, dann sind sie eher bereit, es auch zu tun.

Und immer wichtig dabei – kein Zwang! Wenn ihr noch keine Lösung gefunden habt, dann sucht weiter, bis ihr eine habt. Und wenn es mal einen Tag überhaupt nicht funktionieren will…. ich lehne mich jetzt mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte – die Welt wird wohl nicht untergehen.

Abschließend eine Hausaufgabe an alle Eltern: Lasst euch von eurem Partner oder Kind (für die ganz Mutigen) die Zähne putzen. Ihr dürft dabei nichts anderes tun und er oder sie muss gründlich drei Minuten schrubben.
Vielleicht könnt ihr dann ein bisschen besser nachvollziehen, warum genau das nicht die Lieblingsbeschäftigung unserer Kinder ist :).

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22 Gedanken zu “Wenn Zähneputzen zum Ringkampf wird

  1. „Vor dem Fernseher/ Handy putzen – Manchmal lässt man eine unangenehme Sache leichter über sich ergehen, wenn man dabei abgelenkt ist.“

    Mir ist nicht wohl bei einer Lösung dieser Art. Denn es fühlt sich so an, als läge der Fokus dann auf dem, dass Zähne putzen etwas ist, was ein ‚über sich ergehen lassen‘ erfordert.
    In vielen anderen Teilen des Textes schreibst du davon, gemeinsam Freude daran zu haben. Und dem kann ich voll zustimmen 🙂 Und es ist auch meine Erfahrung, dass es durch Freude und in Beziehung treten für mich und mein Kind an leichtesten geht.
    Findest du nicht der Fernseher/Handy Vorschlag steht dem entgegen? Andererseits kann ich mir auch vorstellen, dass er eine Lösung sein kann, wenn man es mal gar nicht anders schafft. Die Momente gibt es ja auch…

    Hab mal so laut gedacht.
    Freu mich, wenn andere auch laut denken 🙂

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    1. Hallo Doro.

      Manchmal sind auch Dinge, die uns an Tagen leicht fallen, an anderen ein notwendiges Übel. Und dann finde ich es durchaus gerechtfertigt, Dinge zu tun, die von diesem notwendigen Übel so gut wie möglich ablenken. Wenn es das Spiel auf dem Handy ist – so denn. Wenn es der Film auf dem Tablet ist – so denn. Und wenn es für den Großvater beim großen Geschäft die Tageszeitung ist – so denn :).

      Oft wechseln Kinder ja auch die Präferenz genau immer dann, wenn wir denken „Jetzt hab ichs raus, hurra!“ Nach 1 Woche Putzen mit Tablet ist das plötzlich auch wieder öde, und dann geht die Sucherei nach der Lösung von vorne los.

      Viel Erfolg dabei 🙂 …

      Sylvie

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  2. Hi,

    ich finde einer der wertvollsten Tipps ist der mit der Zahncreme. Eine leckere Zahncreme kann wunder bei den Kiddies bewirken. Aber auch das spielerische beibringen von der Wichtigkeit des Zähneputzens ist von hoher Bedeutung. Denn so lernen Kinder viel schneller die Bedeutung. Und ganz wichtig, am Ball bleiben 🙂

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  3. Das ist im Moment unser Thema! Der Kleine ist 28 Monate alt und möchte sich nicht die Zähne putzen lassen. Alle oben genannten Tipps habe ich schon durch. Ohne Erfolg.
    Ich bin um jedes Mal froh, wenn die Bürste tatsächlich die Zähne berührt. Meistens wird nur das Waschbecken geputzt.
    Generell klappt es besser, wenn die große Schwester mit putzt.

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  4. Ich sehe alle 2 Wochen bei uns in der Zahnarztpraxis die ganzen Kinder, die „kreativ“ zum Zähneputzen animiert werden 😦
    Viele von ihnen liegen dann bei uns in Vollnarkose und haben viele Zähne kariös, teilweise so zerstört, dass sie bereits 1-2 Jahre nach Durchbruch schon gezogen werden müssen.
    Da beginnt man anders zu denken und zwingt dann auch mal sein Kind… zu seinem eigenen Besten.
    Die Kinder können diese Verantwortung noch nicht übernehmen, daher müssen wir für sie entscheiden!
    Bitte ihr lieben Eltern da draußen, fallt nicht auf den alten Spruch rein „ach das sind ja nur Milchzähne“, auch diese sind wichtige Platzhalter und ein Kind welches seine Milchzähne nicht richtig putzt, bzw. geputzt bekommt, vernachlässigt auch die bleibenden Zähne (von denen der erste übrigens schon im 6.Lebensjahr hinter der Milchreihe zum Vorschein kommt und für den kein Milchzahn ausfällt!!!!)
    Liebe Grüße

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    1. Ich denke, dass im Artikel nirgendwo geschrieben steht, dass man sich nicht für die Zahngesundheit seiner Kinder interessieren sollte.
      Ansonsten ist, glaube ich, auch bekannt, dass kariöse Zähne nicht monokausal von schlechtem Putzen verursacht werden und genauso wenig alle Kinder mit gutem Gebiss immer fleißig ihre Beißerchen schrubben.
      Dieser Artikel hat eine Grundaussage und die heißt: Niemals Zwang.
      Nämlich genau deswegen, weil es am Ende zurückfeuert wie ein Boomerang. Eine Prozedur, die unter Gewalt durchgeführt wird, kann sich nicht verselbständigen.
      Es geht nicht um eine medizinische Prozedur, die wegen Leben oder Sterben eine Handvoll Mal nötig ist. Wir reden über ein Ereignis, was mehrmals täglich stattfindet. Jeden Tag Gewalt.

      Es geht immer eine Lösung ohne Gewalt. Immer. Und wenn man sie noch nicht gefunden hat, so muss man weitersuchen.

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      1. „Eine Prozedur, die unter Gewalt durchgeführt wird, kann sich nicht verselbständigen.“
        Aber genau das passiert doch in der Regel…

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    2. meine drei (!) Kinder putzen sich nicht (!) die Zähne, der älteste ist nun fünf. Keinerlei Karies, keinerlei hussle.
      Zähne bauen eine natürliche Schutzhülle auf, wenn diese schon früh mit beispielsweise elektrischer Zahnbürste permanent weggeputzt wird, beginnen erst die Probleme. Denn dann sind die Zähne angreifbar und blank.

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  5. Habe noch eine Ergänzung.
    Unsere 5 jährige Tochter hat auch oft keine Lust auf Zähne putzen. Mein Mann macht dann mit ihr ein wettspucken. Wer es als erster schafft mit dem entstehendem Schaum eine Bahn im Waschbecken bis ganz nach unten zu spucken…
    Einfach aus unangenehmen pflichtübubgen ein Spiel machen.
    So enthusiastisch putzt sie sonst nie 😉

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  6. Vielen Dank für die tollen Tipps und Euren Artikel! Ich bin grad fleißig am Rumprobieren – nie mehr Schwitzkasten ist mein Ziel!!!! Ich möchte ja die Autonomie meines Kindes fördern und die Integrität wahren!

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  7. Für mich stellt sich die Frage: Welche Gewalt ist schlimmer? Die offensichtliche – wenn ein Kind zum Putzen gezwungen wird, gegen seinen Willen festgehalten wird und ihm drei Minuten im Mund herumgeschrubbt wird. Oder die versteckte Gewalt – wenn einem Kind nicht die Zähne geputzt werden, oder nicht ausreichend, dadurch Karies entstehen (ja, die müssen nicht immer durch mangelhaftes Putzen kommen, aber werden in jedem Fall dadurch begünstigt) und das Kind dann Jahre später am Zahnarztstuhl liegt, gegen seinen Willen festgehalten wird, Schmerzen hat und ihm fünfzehn Minuten oder länger im Mund herumgefummelt und -gebohrt wird.

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  8. Ich bemerke auch, dass dieser Artikel merkwürdige Formen des Umgangs preisgibt, die meiner Meinung nach nichts mit einer antipädagogischen Haltung zu tun haben,…Durchkitzeln? Ablenkung? supertolle Zahnbürste kaufen? haha und hier schwupp die bürste…

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  9. Guter Artikel, doch etwas über sich ergehen lassen furch Tv oder Handy find ich nicht gut. Die Eltern müssen einfach auch mal ein Nein annehmen können.

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  10. Ich muss mir jeden Tag was neues einfallen lassen. Entweder machen wir eine Schaum patty im Mund oder Turbomotor Bürsten wer als erstes fertig ist. Und ich erklär ihnen immer das Karius und Baktus im Essen und Trinken wohnen , und die wollen Häuser in Ihrem Mund bauen. Und wenn sie anfangen mit bauen, dann tut das weh. Ich lass mir jedes mal eine Geschichte einfallen , mittlerweile erinnern mich die Kinder ans Zähne putzen wenn ich es vergesse , weil wir erst spät abends nach Hause kommen oder so. Morgens lass ich die beiden meistens ganz alleine putzen, dann sind sie ganz stolz.

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  11. Wir singen ganz viel.
    Meistens denke ich mir spontan irgendwas aus. Am Besten findet die Große es, wenn sie selbst im Text vorkommt und in irgendeiner Art angesprochen wird. Zum Beispiel fragt die Zahnbürste (in einem schrägen Singsangton meinerseits):“Hallo R***, hast du heute die Wolken gezählt?“ Oder was mir eben grade lustiges in den Sinn kommt.
    Oder wir singen Lieder aus der Kita/persönlicher Musiksammlung/Liederbuch/ect.

    Überhaupt hilft singen bei uns in so vielen „unangenehmen“ Situationen im Alltag.
    Es beruhigt, motiviert, tröstet und macht gute Laune.

    Liebe Grüße Rosa

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  12. … mir gefallen die Tipps, nur das Durchkitzeln mag ich nicht, ich habe es oft als gewaltvoll erlebt und weil ich lachen musste, hat keiner mein „Nein“ ernstgenommen, ich finde es schwer festzustellen ob jemand das mag oder nicht. Vielleicht wäre toben besser (Kissenschlacht o.ä.)?

    Lieben Gruß
    Antje

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