Was mache ich, wenn das Kind total müde ist?

 

img_5101Schlafen gehen, einschlafen, Begleitung – das sind Themen die Eltern auch im unerzogen-Kontext schwer beschäftigten – wie ist das mit der Selbstbestimmung? Darf ich eingreifen? Soll ich bestimmen? Wie geht das nur, wenn ich so müde bin? Nicola hat hier einem Menschen geantwortet, den diese Fragen auch beschäftigt haben

Wenn du siehst, sie ist müde, wird knatschig etc., dann ist es nur fair, sie ins Bett zu bringen. Sie darauf aufmerksam zu machen, und ihr zu helfen, zur Ruhe zu kommen. Spannend wird es, wenn sie etwas anderes meint als du. Was machst du dann? Zwingst du sie dann? Lockst du sie? Manipulierst du sie? Lässt du sie alleine?


Ich muss sagen, dass ich es nicht sehr „unerzogen“ finde, völlig übermüdete Kinder durch die Gegend taumeln zu lassen, damit sie irgendwann lernen oder spüren, wie es ist, wenn man einfach umkippt. Ich finde das eher unfair und erzieherisch. Es hat fast etwas gemeines… „damit sie lernen“…
Also ich kenne das von mir auch, dass ich manchmal so müde bin, dass ich es nicht mehr schaffe vom Sofa ins Bett zu gehen, ich schlaf aber auch nicht an Ort und Stelle ein, sondern klicke stattdessen noch bei Facebook rum oder guck noch ne Folge von meiner aktuellen Lieblingsserie. Meine Selbstregulierung funktioniert dann quasi gar nicht. Ich bin müde, ich halte mich wach, es macht gar keinen Sinn. Ich tue es trotzdem. Ich stell mir vor dass es Kindern auch so geht.
Was mir hilft, ist, wenn jemand kommt und sagt: „Du bist doch total müde, geh doch ins Bett!“ Meistens erkenn ich das sofort an, und oft geh ich dann noch lange nicht ins Bett. Ich brauch noch ein bis zwei weitere Aufforderungen, Erinnerungen… und manchmal brauch ich jemanden, der mir die Hand reicht, mich von Sofa zieht und ins Bett geleitet.
Ich bin fast 50 Jahre alt, das kommt nicht mehr oft vor, aber es ist eben nicht ausgeschlossen.
Ich denke bei Kindern ist das ähnlich und kommt eben häufiger vor. „Sie kriegen die Kurve nicht.“ Statt sie sich selbst zu überlassen und quasi aus der Kurve schleudern zu lassen, habe ich meine Kinder begleitet. Sie haben sich auch manchmal noch gewehrt. Und jedes Mal wenn es mir gelungen ist ruhig zu bleiben, bei ihnen zu bleiben, sie zu lassen, sie zu erinnern, ihnen die Hand zu reichen, dann hat es auch geklappt mit dem ins Bett gehen und schlafen. Ich dachte irgendwann: zu der ganzen Situation trage ich so viel mehr bei, als sie.

Nicola Kriesel

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