In Straßenkleidung schläft man nicht? – Oder: Die wissenschaftliche Definition eines Schlafanzugs

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Unerzogen heißt auch – von unnötigen Glaubenssätzen loslassen, die wir vielleicht durch unsere eigene Erziehung in uns tragen. Heute antworten Sylvie und Corinna auf die Frage einer Mutter, ob es denn möglich sei, in Straßenkleidung zu schlafen.
Wenn du dich in gängigen Nähgruppen rumtreibst, dann wirst du recht bald feststellen, dass die Definition eines Schlafanzug folgende ist: „bunter Musterstoff in übermäßigem Gebrauch“.

Das ist echt zum Schießen. Da stellen eine Menge Näherinnen ihre Werke ein
und fragen, ob man das auf der Straße tragen kann. Die Abstimmung verrät dann in etwa folgende Definitionsgrundlage:

  • blaues Uni Shirt mit Monsterstoffärmeln – Straßenkleidung
  • Monsterstoffshirt mit Monsterstoffärmeln – eindeutig Schlafanzug
  • grüne Hose mit bunten Taschen (akzentuiert) – für die Kita gehts
  • Monsterstoffhose mit Eulenstofftaschen – definitiv Schlafanzug

Also sorry, dieses Konzept – basierend auf der Stofffarbe – erschließt sich mir echt nicht.

Meine Kids sollten ihre dreckigen Sachen immer ausziehen. Besonders die, in denen in diversen Spalten und Taschen Sand in rauhen Mengen gebunkert wurde (Achtung – Sommerfalle Spielplatz!). Ansonsten schlafen die auch sehr oft in ihren Klamotten (die Kleine (2) noch mehr als der Große (5)). Wenn die Klamotten vor Dreck stehen, kriegen sie doch sowieso frische Sachen. Der Große zieht mittlerweile selber gerne kurze Sachen ins Bett an, damit er nicht schwitzt (ohne, dass es als Schlafanzug per Shopdefinition gekauft wurde! crazy!). Das ist aber erst seit einigen Wochen so.

Als sie kleiner waren und Anziehen ein Krampf war, hab ich sie abends oft in die Klamotte für den nächsten Tag gesteckt. Damit war das Anziehdilemma am nächsten Morgen nicht vorhanden. Zwei Fliegen mit einer Klappe!

Gerade bei Babys finde ich das Schlafanzugprozedere recht putzig. Da wird das 3 Wochen alte Baby am Abend pünktlich um 18 Uhr schlaffein gemacht…. mit einem Strampler, der sich maximal dezent farblich von dem vorher unterscheidet….

Ich beobachte das schon mit Staunen, welche Konzepte und Glaubenssätze Eltern da so haben. Und welch Konfliktpotenzial in Familien entsteht – wegen ner Klamotte. Der Hammer!

Sylvie

 

Ich mag Straßenklamotten im Bett auch nicht. Ich hab sie aber früher toleriert. Wenn das Kind eingepennt ist und ihn irgendjemand hoch getragen hat. Später konnte man das Kind umziehen. Im Schlaf. Das war mir sehr recht :).

Ansonsten würde ich nach der Wichtigkeit gehen: Was wiegt schwerer. Schlafen oder frische Klamotten? Vielleicht kann man während der Wachzeit schon versuchen, bequeme frische Sachen anzuziehen?
Aber Mensch! Doch!

In Straßenkleidung kann man schlafen. Ich mach das manchmal auch. Die genaueren Situationen erkläre ich jetzt nicht :). Aber ja. Es geht. Man kann da auch ohne Zähneputzen ins Bett gehen. Potzblitz. Was da los ist… :P. Verrückt, wa. Frag mal die Menschen, die behaupten, dass es nicht geht, warum das nicht geht. Und wann sie trotzdem irgendwann mal in Straßenklamotten oder mit ungeputzten Zähnen ins Bett sind. Und sie sollen ehrlich antworten. 😉

PS: Leben die noch??

Corinna

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4 Gedanken zu “In Straßenkleidung schläft man nicht? – Oder: Die wissenschaftliche Definition eines Schlafanzugs

  1. Haha, köstlich! 🙂 Ich mag Schlafanzug, um einfach Situationen von einander abzugrenzen. Bettfein machen mag ich. Meine Kids aber nicht! Die wollen immer in ihrer Strumpfhose schlafen mit einem T-Shirt. Sollen sie! 🙂 Erfrischender Artikel! Danke!

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  2. Ich zieh meiner auch oft nur die Jeans/Hose aus. Im Sommer nur Body. Im Herbst war es blöd. Da wollte ich wie all die Lemminge auch Schlafanzüge. Das Anziehen war ein einziger Krampf.

    Jetzt liegt sie mit Strumpfhose, Body und Pullover neben mir.

    Gute Nacht, Mädels.

    Natascha

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  3. Ich finde „pischelen“ schon irgendwie wichtig, so als Ritual. Auch um zu zeigen, der Tag ist jetzt fertig, jetzt kommt die Nachtruhe. Aber du hast natürlich recht, was ein Pijama ist und was nicht ist wirklich oft nicht ganz logisch. Das merke ich nur schon daran, dass wenn mein Mann die Wäsche im Schrank einräumt, manche T-Shirts von mir bei den Pijiamas wiederzufinden sind und umgekehrt 😛

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  4. Hi,
    Die selbe frage hab ich mich auch schon oft gestellt.
    Hauptsache bequem . Beim schlafen sollte die Kleidung leicht und bequem sein und der Stoff muss der Haut schmeicheln und sie atmen lassen.
    Sonst schwitzt man und fühlt sich unwohl.
    Meine Kinder tragen oft am Tag ihre schlafklamotten.
    Ist mir langsam piep egal.
    Auch als Spielhose in der Kita … zum rausgehen ziehen sie sowieso die gefütterte matschhose an.
    Ich frag mich echt manchmal was der Unterschied zwischen langarmshirt und schlafanzugoberteil ist.
    Ich benutze beides zum schlafen .
    Lg

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