Warum meine Kinder immer fernsehen dürfen – und das gut für uns alle ist!

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Raus aus der Angst, rein ins Vertrauen: Jenny beschreibt einer Mutter, wie sie ihre Angst vor Bildschirmmedien überwunden hat:

Ich schildere mal unseren Weg, ja? Das erscheint mir in dem Kontext sinnfälliger als eine getreue Stundenabrechnung zu präsentieren.

Eigenes Verhalten

Ich bin selbst eine Fernseheule. Nicht süchtig, aber ich sehe gerne fern, bin ein Filmfan und arbeite gerade daran, mich auf dem Feld auch praktisch zu betätigen. Beste Voraussetzungen also, vor TV keine Angst zu haben, sollte man meinen. Aber als die Kinder kamen, merkte ich, dass die eingeimpften Ängste und Vorurteile auch in mir zum Tragen kamen. Intellektuell wusste ich, dass TV auch nur eine Freizeitgestaltung ist. Emotional reagierten die Ängste. Doof. Ich weiß. Ich war voll von diffusen Angsthaltungen, die alle mit Fernsehen als Buhmann und Verdummen zu tun haben.
Dabei wäre es mir nie in den Sinn gekommen, auch nur den Hauch von Befürchtung zu haben, wenn die Kinder sich völlig in irgendwas anderes doll vertieft hätten, egal wie stupide es ist. Es ging dann nicht darum, was es ist, sondern darum, was es nicht ist. Und es ist nicht fernsehen. Also per se schonmal vorzuziehen.

Dem Fernsehen Macht verleihen – durch Ablehnung

Irgendwann hat mich meine eigene Ambivalenz tierisch genervt. Ich habe begriffen, dass ich gerade durch diese ängstliche Vermeidungshaltung dem TV eine Macht nicht nur zugestanden, sondern überhaupt erst verliehen habe, die völlig unangemessen und überzogen ist.

Also habe ich losgelassen (ich schreibe in der ich-Form, aber tatsächlich war das ein Weg, den mein Mann und ich gemeinsam entlangstolperten und noch stolpern). Wir haben die Kinder gelassen. Und es kam, wie es kommen musste: Die Kinder stürzten sich drauf. Die bissen sich regelrecht drin fest.

Das war vorauszusehen, aber trotzdem nicht leicht auszuhalten. Diese Ängste im Kopf und im Herzen! Aber andererseits – wie hätten die Kids denn reagieren sollen? Natürlich haben die erstmal nichts anderes machen wollen. Sie waren es gewöhnt, dass es die verbotene Frucht war und eine halbe Stunde am Tag etwas, was wir ihnen widerwillig zugestanden hatten. Die mussten doch an sich raffen, was ging, weil sie im Hinterkopf immer die Erwartung hatten, dass wir es ihnen schlechtreden, Ängste ausschwitzen und Befürchtungen vorschieben, um es ihnen wieder wegzunehmen.
Aber wir sind dabei geblieben. Und die Kinder auch. Und sie guckten. Und guckten. Und guckten. Monatelang. Monate (!!) zählte nichts anderes, als nur schnell zur Kiste zu kommen und zu gucken.

Echt im Moment

Wenn ich irgendwann einen Budenkoller kriegte, dann hab ich auch gesagt: „Hey Folks, macht aus das Ding, mir fällt die Decke auf den Kopf, ich brauch einen Wind um die Nase.“ Das seh ich nicht als Regulierung. Ich hab nicht eingeschränkt, um irgendwelchen Folgen zu entgehen, sondern um ein in diesem Moment auftretendes Bedürfnis zu erfüllen. Das haben die Kinder nicht geliebt, aber sie konnten es von Anfang an gut akzeptieren. Eben weil ich nicht gesagt habe: „Was ihr da macht, ist schlecht für euch. Ich muss euch davor schützen.“ Dass man mal von einer Sache zuviel kriegt und dann was anderes machen will, konnten sie greifen und verstehen.
Dass man sie vor etwas schützt, was man ihnen erlaubt, ist da schon schwieriger zu greifen.

Das ging lange so. Wie gesagt, wir reden von Monaten.

Und dann ging bei ihnen ein Prozess los. Das Ergebnis ist kurz gesagt folgendes: Das Fernsehen hat seine Macht über uns alle verloren. Wir lieben es immer noch, wir gucken gerne einen guten Film oder eine schöne Serie und manchmal packt es uns alle vier (zu unterschiedlichen Zeiten) und wir legen einen Marathon ein, weil etwas grade so toll ist oder weil wir einfach Lust dazu haben.

Aber die Kinder haben nicht mehr das Gefühl, dass sie am besten den TV nicht mehr aus den Augen lassen dürfen, um sicherzustellen, dass sie noch was kriegen. Wir haben damit auch ein starkes Druckmittel einfach so entschärft.

Die freie Entscheidung….

An manchen Tagen gucken sie zwei ganze Filme. An manchen Tagen eine Folge einer Serie. An manchen Tagen lassen sie das Ding im Hintergrund laufen und machen was ganz anderes. Und an manchen Tagen gucken sie gar nicht. Ganz wie wir Erwachsene. Wir haben ihnen die Freiheit gegeben, sich von dem unbedingten Machenmüssen zu befreien. Und damit auch die Freiheit, TV ohne Angst und Vorurteil einfach als das anzunehmen, was es ist: ein Freizeitangebot, das man in Anspruch nehmen oder beiseitelassen kann.

… und ihre Folgen

Das Familienleben ist null eingeschränkt, eben weil es überhaupt keine Diskussionen gibt. Die Kinder wollen gucken und ich will das gute Wetter nutzen und rausgehen? Na, dann gehen wir eben raus. Das gute Wetter kann schnell umschlagen und das TV ist nichts, was einem wegrennt oder weggenommen wird. Gucken können wir auch später… wenn wir Lust haben.
Neulich waren wir mit einer befreundeten Familie in einem Freizeitpark. Das sind liebe Leute, aber die rümpfen immer so ein bisschen die Nase über unsere TV-Politik. Ihr Kind wird verknappt. Folge: Das Kind sieht nichts anderes mehr als versuchte Wege, an mehr Fernsehen zu kommen.
Hin sind ihr Kind und mein Großer (die sind gleich alt und gute Kumpels) bei denen mitgefahren und im Auto gab es so einen DVD-Player, da durften sie einen Film gucken. Für mein Kind war das einfach ein nettes Angebot, um sich die Fahrzeit zu vertreiben. Ihr Kind hat den ganzen verdammten Tag im Park (und das ist ein toller, sehr interaktiver Park) von nichts anderem geredet als von der Freude auf die Rückfahrt, weil da der TV wieder läuft und das ja bannig länger war als er normalerweise durfte. Der musste das richtig in sich aufsaugen. Ende vom Lied: Mein Kind fuhr freiwillig auf der Rückfahrt bei uns mit, weil „Da kann ich mich unterhalten und mit meinem Bruder Dinospiele spielen.“ Bämm!

Und was die Ängste angeht: Wenn der Große (5) mal wieder eine Folge Terra X geguckt hat und voller Fragen ist, uns zum PC peitscht, tausend Fragen stellt, uns durch Museen schleift und wir dann irgendwann ein Heimexperiment konzipieren, um das Gezeigte und Gesagte zu untermauern, wenn der Kleine (3) uns dahingehend löchert, was denn die Folgen des Gesehenen sind, was das bedeutet, wie er sich das vorstellen kann… dann gucken wir uns schonmal verzweifelt an und fragen uns: „Herrgott nochmal, können diese Kinder denn nichtmal anständig vorm Fernseher verblöden wie andere Kinder auch?“ 🙂

Ich sage ganz klar: an Absprachen der Art „Wenn ich heute noch eine zusätzliche Folge gucke, verzichte ich morgen ganz.“ muss sich keiner halten. Würde uns unter Erwachsenen ja auch nicht einfallen. Ich glaube einfach nicht, dass so das Leben ist. Das Leben ist Wechsel, Veränderung, Anpassung, Neujustierung, Entdeckung, Erprobung, Austesten. Auf keinen Fall Starrheit und Kadavergehorsam, weil man ja mal was gesagt hat. Finde ich kein gutes Lebensmodell.
Das heißt nicht, dass ich unzuverlässig bin. Bin ich nicht. Bzw. nicht mehr als viele andere auch, also im sozialverträglichen Rahmen.
Aber ich halte kein Versprechen, wenn mir kein besserer Grund dafür einfällt, als dass ich es gegeben habe. Ich mache nichts, nur um es dann gemacht zu haben.

Zeigen meine Kinder „Symptome“ nach „zuviel“ TV-Genuss? Klar doch. Die gleichen Symptome, die sie zeigen, wenn sie den ganzen Tag nur malen (was ja auch mal vorkommt) oder nur Bücher angucken. Mithin: die gleichen Symptome, die sie zeigen, wenn sie eben stundenrund nur körperlich relativ starre Sachen machen. Allerdings weit abgeschwächter. Weil sie beim TV mitsingen, tanzen, lachen, zappeln, quatschen konnten 🙂
Interessant ist, wie das eingeordnet wird: hat man maulige Kinder nach einem steifen Dinner auf Omas 75., ist das völlig verständlich nach so einem Tag. Drehen sie durch, wenn sie den ganzen Tag gemalt haben, ist es einfach ein schlechter Tag, aber wenn sie rumquirlen nach einem Filmnachmittag, ist selbstverständlich das TV schuld.

Wenn ein erwachsener Mensch ein Verhalten an den Tag legt, keine Eigenkreativität zu haben und nur auf TV und Spielkonsole fixiert ist, ist mein erster Gedanke nicht „Der hat als Kind bestimmt viel geguckt“, sondern „Der wurde als Kind bestimmt viel mit sich selbst und seiner Innenwelt alleingelassen.“

Das scheint mir der Knackpunkt zu sein:
Meine Kinder unterscheiden sich von „normal TV-Erzogenen“ nur in einem einzigen Punkt: sie können es  von sich aus seinlassen. Die anderen nicht.
Meine Kinder werden begleitet. Sie werden nicht vor dem Fernseher geparkt, damit ich meine Ruhe habe, sondern sie dürfen den einfach nutzen. Punkt. Ich begleite das wie ich auch Buchschauen, Malen, Kneten begleite. Durch Nachfragen, Einordnen, Aufarbeiten des Gesehenen.

Ich bin generell auf dem unerzogenen Weg und ich sage ganz kess: das geht bei allen außer bei Kindern, die evtl. aufgrund spezieller Besonderheiten neuronal nicht in der Lage sind, damit zu arbeiten.

Warum auch nicht? So „funktionieren“ Menschen. Verknappe etwas und du weckst den Hunger danach. Als in den USA die Prohibition in Kraft trat, haben Menschen, denen Alkohol eigentlich nichts gegeben hat, horrende Preise für ein Glas Whisky bezahlt. Einfach, weil sie nicht durften. Das bewirken Verbote.

Und Verallgemeinerungen sind auch okay. Es würde ja auch niemand einschreiten, wenn ich sage: Ganz allgemein kommt ausnahmslos jedes Kind besser zurecht, wenn es nicht geschlagen, nicht angeschrieen oder nicht im Essen verknappt wird. Ohne Ausnahme. Funktioniert bei allen gleich gut.

Und Regulierung eben auch.
Das läuft doch mit allem, weil wir Menschen so gebaut sind, dass wir am besten aus der Fülle schöpfen können und weniger gut aus der Verknappung.

Es dauert beim einen länger als beim anderen. Die Findungsphase ist mehr oder weniger intensiv. So war sie beim Kleinen viel weniger intensiv als beim Großen. Einfach weil der Kleine von Anfang an kaum verknappt wurde.

Und ja, es ist sauschwer auszuhalten. Schlechtes Gewissen. Angst.

Aber mir hilft da ja immer die Logik. Mein Mann nennt mich auch manchmal Mrs Spock (manchmal nennt er mich auch das Ultimative Böse, aber das ist eine andere Geschichte *kicher*):

Es ist nicht logisch, solche Angst davor zu haben.
Das Lieblingsargument ist ja immer, dass die lieber Bücher gucken sollen, weil TV so passiv ist, die Sinne nicht angeregt werden und die Phantasie nicht bemüht.
Hmmmmmmmmmm…  Nehmen wir das doch mal auseinander:

Gucken die Bücher, liegen oder sitzen sie relativ unbeweglich auf dem Sofa. Dolle Aktivität kann ich da nicht ausmachen.
Sinne: haben wir beim TV hören und sehen. Beim Buch… äh… Tasten. Ja. Und wenn man einen Sinn dafür hat (ich zum Beispiel) noch den Geruch. Das war’s.
Phantasie… hä? Büdde?
Ja, beim Film krieg ich die Bilder vorgesetzt und beim Buch muss ich Worte in Bilder umformen. Okay. Aber: beim Buch wird mir jedes Gefühl, das die Protagonisten bewegt, genau vorgekaut.
Beim Film muss ich mir das aus Blicken und Körpersprache selber erarbeiten.

Warum also ist das Buch besser?
Es ist auch nicht schlechter, aber es ist genauso ein passives Medium wie TV. Und ich liebe Bücher, ich habe mehrere tausend daheim und alle gelesen, viele mehrmals.

Geht mit Logik ran, nicht mit Ängsten

Und zum in der Mitte treffen: halte ich nicht immer für das Erstrebenswerteste. Und du doch auch nicht. Sonst hättest du ja die „Absprachen“ nicht auch auf Gedeih und Verderb eingehalten.

Wenn du zum Beispiel sagst „Schluss“, dann doch sicher, weil du glaubst, dass mehr doof oder schädlich oder ganz allgemein nicht wünschenswert ist. Dann ist aber jedes Drüberrausgehen doof und schädlich und nicht wünschenswert und es ist unehrlich und vermutlich sowohl für dich als auch für das Kind unbefriedigend, sich in der Mitte zu treffen.
Warum dann nicht sagen: „Schatz nein, keine zwei und auch keine einzige Folge mehr. Ich halt das nicht aus. Ich schaff das nicht jetzt gerade. Mach aus das Ding und wir machen jetzt was Geiles zusammen.“??
Und w e n n du ihm zugestehst, über dein Limit zu gehen, wo ist dann der Unterschied? Wenn es eh mehr ist, als Du für gut und richtig hältst, aber bereit bist, für dein Kind sowieso drüberzugehen, dann kannst du ihm seine zwei Folgen doch auch lassen und ihn rausholen (nach und nach) aus dieser „Raffen müssen Kondition“.

Und wenn du Ängste hast und bestimmte Ergebnisse vermeiden möchtest, dann empfehle ich erst recht, mal kühl und logisch ranzugehen. Angst gedeiht nicht gut unter dem Einfluss von Logik.

Bei Sucht liegt immer ein Mangel an anderer Stelle vor. Immer. Guck dahin. Was hat dem Kind gefehlt?
Es gibt soviele begeisterte TV Gucker, die stundenrund gucken und dann abschalten können. Das widerspricht dem Suchtmittel TV (oder auch Spiele) an sich ja schon. Die eigentiche Sucht muss also woanders liegen.
Und da guckst du dann drauf.

Ich hab da null Angst (mehr) vor. Null. Weil TV eben nichts anderes ist als ein Buch, ein Legokasten, ein Klettergerüst: eine Freizeitmöglichkeit.
Ein Kind vorm Fernseher abzustellen und sein eigenes Ding zu machen, halte ich für exakt so schädlich wie ein Kind mit einem Haufen Lego in sein Zimmer zu setzen und es dann zu vergessen.

Denken denken denken. Nicht befürchten

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28 Gedanken zu “Warum meine Kinder immer fernsehen dürfen – und das gut für uns alle ist!

  1. Hey,
    wir haben keinen TV dafür aber einen Computer und YouTube 🙂
    Mein Kind ist fast 4. Gibt es bestimmte Serien/Filme die ihr für kleine Kinder gut findet?
    Mich interessieren vor allem auch Shows in denen Rassismus und Sexismus und auch andere -ismen nicht mega reproduziert werden.
    Über Tipps bin ich dankbar!

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    1. Schau mal auf kikaninchen.de da könnt ihr Spiele spielen, Bastelsachen und Malbilder ausdrucken usw. Enemenebu ist auch von Kika, da gehts auch viel ums basteln und so.

      Micki Maus Wunderhaus, Zoes Zauberschrank, Doc McStuffins, Mascha und der Bär…
      Im Internet kannst du auf die Mediathek von ARD zugreifen. Da gibts dann z.B. Anna und die wilden Tiere, Paula und die wilden Tiere

      Die Mediathek von Kika gibts glaub auch im Netz

      Die App vom Sandmännchen und von der Sendung mit der Maus (mit sehr vielen Lach- und Sachgeschichten)

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  2. … Schalten Sie die öffentlich-rechtlichen Rundfunk und TV-Sende-Anstalten der Besatzungsmacht möglichst schnell mit den privaten Konzernmedien gleich, um die völlige Kontrolle über die Hirne der Massen zu bekommen. Dieses Mind-Control-Programm können Sie in der letzten Ausbaustufe, noch mit einer TV-Zwangsgebühr durchsetzen, so daß die anti-nationale und anti-soziale Umerziehungs-Propaganda mit der NAZI-Keule auch wirklich jedes Individuum erreicht. …

    Weiterlesen auf …

    PC-Game „Staats-Simulator“ / Wir spielen Deutschland schafft sich ab!
    https://aufgewachter.wordpress.com/2016/01/21/pc-game-staats-simulator-wir-spielen-deutschland-schafft-sich-ab/

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  3. Ich frage mich bei diesen Erzählungen immer, was der Autor/die Autorin mit Begleitung beim Fernsehen meint… Kannst du das vielleicht näher ausführen? Ich vermute, du sitzt nicht immer neben deinen Kindern und schaust mit? Mir wäre das jedenfalls zu blöd. Ehrlich gesagt weiß ich oft nicht mal so genau, was sie an einem Tag so alles geschaut hat. Klar guck ich auch mit ihr und ihre Lieblingssendungen kenn ich schon und kann mich dann auch mit ihr darüber unterhalten… Und „parkst“ du deine Kinder wirklich NIE vor dem Fernseher? Wenn ich da an unsere Sonntagmorgende denk krieg ich glatt n schlechtes Gewissen…
    Übrigens waren meine Eltern sehr pädagogisch und haben mich nie – ja, wirklich nie – fernsehen lassen. Dafür wurde ich mit Büchern im Zimmer „geparkt“ und mit ihren oft sehr aufwühlenden Inhalten allein gelassen. Das nur für alle die immer noch glauben mit Büchern kann man nichts falsch machen…

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    1. Nein, ich sitze meistens nicht daneben, wenn sie was gucken. Aber ich sitze ja auch meist nicht gebannt daneben, wenn sie kneten, malen, Lego bauen…
      Manchmal aber schon. Ich bin ziemlich trickfilmaffin und es gibt so Serien… ich hab zum Beispiel auffällig oft was im Wohnzimmer zu tun, wenn sie „Phineas & Ferb“ anschauen 😉
      Aber ich interessiere mich für das, was sie tun. Ich höre zu, frage nach, gehe von mir selbst aus auf sie zu und berede, was sie gesehen und gehört haben mit ihnen. Wir überlegen, was das bedeuten könnte, ob wir das gut finden, ob wir das anders oder ähnlich machen würden…
      Eben wie bei allen anderen Dingen auch.
      Ich begleite sie auf ihrem Weg, das zu fassen und einzuordnen. Ich dackel nicht jeden Schritt exakt mit, nein.

      An den Wochenenden schleichen unsere Kinder immer klammheimlich runter und genießen es, die Bude für sich zu haben. Da kann der Fernseher laufen dann. Muss aber nicht. Ist das „parken“?

      Ich finde deine Formulierung, die du für die Bücher gewählt hast, sehr schön. Ja, Begleitung als nicht mit einem Inhalt alleine lassen. Wenn das nicht gegeben ist, dann ist das Medium total egal. Ob Buch, TV oder Kaplakiste. Wenn es nur als Ablenkung praktiziert wird, damit die Eltern das Kind dauerhaft vom Bein haben, dann ist das in dem Moment nicht beziehungsfördernd. Egal, womit es praktiziert wird.

      Klar gibt es Momente, in denen ich sage, ich möchte oder muss jetzt dieses oder jenes machen und würde es gerne halbwegs schnell und effizient hinter mir haben. Dann bitte ich die Kinder, sich mal eine Weile alleine zu beschäftigen (wobei ich ansprechbar bleibe für sie) und frage, was sie sich jetzt am besten vorstellen können, wie wir das bewerkstelligen.
      Auch hierbei kommt dann gerne mal der Fernseher zum Zuge. Oder auch eine schnelles Entern eines nachbarlichen Kinderhaushaltes. Das kann alles mögliche sein.
      Und wenn es mir sehr wichtig ist, diesen Raum für mich jetzt zu bekommen, dann verlocke ich auch mit etwas, wovon ich weiß, dass sie sich das gerade wünschen.
      Dafür ist wiederum der Fernseher nicht so geeignet, außer es gibt einen Film oder ähnliches, was gerade aktuell ist und sie noch nicht kennen, aber scharf drauf sind. Ansonsten ist der TV so alltäglich, dass er als Lockmittel einfach nicht taugt.

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      1. Danke für deine Antwort. Hat es für mich nochmal klarer gemacht 🙂 übrigens hab ich seit dem Lesen deines Artikels mal wieder ein Versuch gestartet und Fernsehen freigegeben. Bis jetzt fühl ich mich sehr viel besser damit wie in den vorherigen Versuchen. Bin mal gespannt, ob sie es tatsächlich schafft sich irgendwann selbst zu regulieren. Ist nämlich nicht ganz einfach mit Wechselmodell und normal erziehendem Vater. Ich bin gespannt 🙂

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  4. Ein gesundes Mittelmaß ist immer gut.
    Natürlich muss das auch klappen.
    Bei Freunden von uns läuft von Morgens bis Abends der Fernsehr und mich nervt das total!
    Die Kinder sind immer völlig überdreht, die Tochter ist meiner Meinung nach sprachlich etwas zurück. Kein Wunder es wird ja auch kaum geredet. Traurig…
    Es gibt auch total schwachsinnige Diskussionen mit den Kindern.
    Der Fernsehr läuft, also wird auch vom Esstisch rüber geschaut. Das ist aber nicht erlaubt und es gibt Streit. Meine Frage wozu das Ganze soll uns warum man nicht ganz einfach den Fernsehr ausschaltet wurde mit ungläubigem Staunen zur Kenntnis genommen.
    Argument dagegen: Wir mögen es nicht wenn es so Ruhig ist.
    Ich: Man kann sich doch auch normal unterhalten…
    Antwort: Keine!
    Ein Problem des Fernsehens ist die fehlende Interaktion. Kinder lernen fast nichts durchs fernsehen, evtl. einige Fakten aber z.B. der Wortschatz erweitert sich nicht. Egal welche Sendung gerade läuft.
    Zudem vermindert gerade das Kinderprogramm der privaten Sendern die Konzentrationsfähigkeit, es kommt zu einer dauernden Reizüberflutung.
    Auch entwickelt sich die Phantasie nicht weiter.
    All dies ist ein Vorteil von Büchern! Die Kinder lassen Bilder in ihrem Kopf entstehen und beim selbstständigen Lesen wird die Konzentration gesteigert.

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    1. Puh… das ist aber ein heftiges Szenario, was du da beschreibst. Das klingt für mich auch so überhaupt nicht nach Begleitung und einem Weg, sich zu einem Thema zu positionieren, einen eigenen Weg zu finden. Diese Möglichkeit besteht ja nur, wenn auch Alternativen gegeben sind und genauso zur Verfügung stehen.
      Es ist kaum möglich, sich gegen etwas zu entscheiden, wenn es nichts gibt, wofür man sich entscheiden kann.
      Von daher würde ich das, was du schilderst, nur schwerlich als eine irgendwie geartete Regulation bezeichnen.

      Mir fehlt da sehr die Begleitung, das Miteinander. Soviel Widersprüchlichkeit und soviel Macht, wie dem TV da gegeben wird.

      Deinem letzten Drittel stimme ich hingegen nicht zu. Auch als passionierte Leseratte mit proppenvoll gestopfter Bücherwand und einer knallvollen Reader-Datei nicht (alle gelesen, viele mehrfach).
      Ich habe auch mit einem Buch noch nicht sonderlich „interagiert“. Auch beim Buch bin ich nur Konsumentin. Und auch bei einem Film muss ich mitdenken und entzündet sich meine Phantasie. In einem Buch werden mir z.B. jegliche Gefühlsregungen vorgegeben, während ich mir die in einem Film aus Mimik und Körpersprache der Charaktere selbst erarbeiten muss.
      Wenn ich mich nur berieseln lasse, arbeitet da im Kopf natürlich nicht viel, klar.
      Aber ich kann auch ein Buch nur oberflächlich lesen. Dann passiert inside my head genausowenig.
      Das ist eine Frage der Vorliebe, meiner Meinung nach.

      Dass Filme per se die Phantasie nicht gescheit anregen können, halte ich bestenfalls für ein Gerücht. Dass der Wortschatz sich nicht erweitert, ebenfalls. Ich habe diese Erfahrung nicht gemacht, ich habe diese Beobachtung nicht gemacht und ich finde das auch wirklich nicht logisch als Behauptung. Und mein eigentlicher Englischlehrer, der grandiose 90er-Jahre-Moderationsgott, wäre sicher enttäuscht, wenn er das wüsste. Oder vielleicht auch nicht; er lebt ja in gnädiger Unkenntnis seines Einflusses auf meine Bildung 😉

      Es läuft am Ende darauf hinaus, dass ich Fernsehen nicht in den Himmel hebe. Es muss nicht jeder fernsehen. Es gibt genügend Menschen jeden Alters (ja, auch Kinder), denen das einfach gar nichts gibt. Aber ich mag es auch nicht verteufeln.
      Es ist, was es ist: ein Medium, das man zu Informations- und Unterhaltungszwecken nutzen kann, aber nicht muss.
      Wenn man es tut, dann bestenfalls angstfrei. Und wenn nicht, dann hoffentlich, weil man einfach keine Lust drauf hat.

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      1. Erstmal vorne weg. Auch meine Kinder können nun auf Grund Deines Artikels jederzeit (wenn wir grad mal nicht draußen sind, Besuch haben oder Essen usw.) auf dem Laptop ausgewählte Sendungen sehen. Favorit der ganzen Familie ist grad „Die Sendung mit der Maus“. Deshalb vielen Dank für die tolle Anregung.
        Bezgl. der Wortschatzerweiterung u.ä. Bedenken, besitze ich keine wissenschaftlich fundierten bzw. für mich logisch relevante Kenntnisse, aber eine Anmerkung einer Freundin finde ich sehr wesentlich und wollte ich hier unbedingt anmerken. Und zwar die unkontrollierbare Bilderflut.
        Beim Lesen kann das Kind selbst entscheiden, wann es mit der Betrachtung des Bildes fertig ist und umblättern möchte. Beim Fernsehen mitnichten.
        Ich stelle schon auch einen Unterschied in der Verfassung meiner Tochter (4) fest, ob sie gerade Bücher angeschaut hat (macht sie sehr viel) oder eine Sendung. Das Bücher anschauen scheint sie eher geistig zu erholen. Sie macht das z.B. oft als Pause beim Spielen mit anderen. Vielleicht weil gerade nicht so viele Sinne angesprochen werden.
        Das Fernsehen hingegen ermüdet sie. Geistig und auch körperlich (Augen). Das finde ich schon bedenkenwerts und war mir wichtig, hier zu schreiben.

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  5. Das was mich beim Thema Fernsehen hauptsächlich beschäftigt, ist nicht so sehr die Tatsache des Fernsehens an sich (das steht bei uns prinzipiell auch jedem frei), sondern die Frage nach den Inhalten. Beim Fernsehen (oder auch auf youtube) hat man ja nun mal die Auswahl zwischen vielen Kanälen und da laufen ja durchaus auch mal heftige Sachen. Wie geht ihr damit um? Lasst ihr die Kinder alles gucken was sie wollen? Wie begleitet ihr sie dabei (ich selbst habe z.B. absolut keine Lust mir Kriegsfilme oder sowas anzugucken)?

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    1. Hallo Nina,

      danke für deine Überlegung. Ja, das ist ein leidiges Thema, welches du da ansprichst.

      Ich hab an anderer Stelle schon geschrieben, dass „begleiten“ für mich nicht bedeutet, dass ich wie angenagelt danebensitze und alles mitgucke, was die Kinder gucken. Himmel, nee.
      Ich hab im Auge, was sie sehen, von jeder Serie kenne ich zumindest eine bis zwei Folgen, einfach, damit ich weiß, um was es da geht.
      Und ansonsten bin ich einfach da und ansprechbar und interessiert. Wie wenn sie malen oder kneten oder bauen. Da begleite ich ja auch durch Interesse und Rückmeldung, ohne dass ich die ganze Zeit dabeihocke.

      Die Auswahl des Geschauten… ja, das ist wirklich eine schwierige Sache.
      Und nein, auch hier bei uns dürfen die Kinder nicht alles gucken, was sie wollen (ich bin Horrorfilmfan und nein – aus meiner Sammlung dürfen sie nichts schauen 😉 ). Sie dürfen allerdings weit über das hinausgehen, was die FSK empfiehlt. Aber das liegt hauptsächlich daran, dass mein Mann und ich uns sehr intensiv mit den Richtilinien der FSK befasst haben, mit den Strömungen, die da reinfließen und damit, ob die Bewertungskriterien für unsere Familie überhaupt relevant sind.

      Ich glaube, auch wenn ich persönlich so gar nichts von dem Verein halte, dass, wenn man sich unsicher ist, was man zugänglich machen soll und was nicht, die FSK ein guter Anfang ist, um sich durch diesen Dschungel zu tasten.

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  6. Ich finde es sehr mutig, was ihr gemacht habt. Bei uns ist es eine Art im Zaum halten und nur ganz selten wird geschaut. Wir haben keinen TV mehr und auch keine Schüssel auf dem Dach oder Kabel aus der Erde. Wir haben einen Beamer an der Wand und schauen über DVD oder Internet. Meine Kinder (5+4) wollen an manchen Tagen unbedingt was schauen und fragen mich die ganze Zeit. An manchen Tagen wollen sie gar nichts schauen und fragen auch nicht. Mal lasse ich sie was schauen und mal nicht. Verbote gibt es bei uns nicht in dem Sinne bzw. Belobigungen: Also ihr dürft gucken, wenn wir lieb seid oder ihr dürft nicht gucken, wenn ihr nicht folgt. Das finde ich ganz schrecklich. Mein Mann und ich wollen selbst auch nicht mehr so viel schauen. Wir haben das „normale“ Mainstreamfernsehen für uns abgeschafft und wir selbst schauen auch nur noch selten. Somit ist die „Kontrolle“ der Fernbedienung auch für uns eine klare Regel. Und ich finde es okay so. Ich liebe amerikanische Serien (New Girl, Gilmore Girls, Modern Family, Transparents etc.) und französische Filme. Und somit gibt es für uns Eltern meist abends eine Folge (manchmal werden es auch zwei) und am Wochenende gibt es mal ein Filmchen. So ist es bei den Kindern auch. In der Woche gibt es unregelmäßig eine Serie (Lauras Stern, Maulwurf, Mickey Maus Wunderhaus, Zoes Kleiderschrank, Shawn das Schaf etc.) und am Wochenende mal einen Film. Und da meistens Walt Disney Filme. Da ich die auch über alles liebe, schaue ich mit und mein Mann meistens auch. Am Wochenende zelebrieren wir es auch wie einen Kinobesuch mit Popcorn und Nachos. Wir finden es gut so. Wenn die Kinder ihre Serien schauen, bin ich meist im Nebenzimmer (offene Küche) und lese, mache Essen oder schreibe Nachrichten. Ich bin immer in der Nähe und kann reagieren.

    Was ich persönlich schrecklich finde, sind die beiden Extreme. Das eine Extrem, was ich persönlich am Schlimmsten finde, wenn den ganzen Tag der Kasten läuft. Das geht für mich gar nicht. Entweder ich schaue TV oder ich lese, esse, koche oder was auch immer. Aber wenn das Ding den ganzen Tag läuft und dann noch vor den Kindern oder wenn Gäste da sind, ist für mich völlig unbegreiflich. Vor allem wenn solche Sender laufen wie RTL; Prosieben, Kabeleins, RTL2 etc. Das Unterbewusstein nimmt alles auf. Kein Wunder, dass dann lauter Zombies draußen rumlaufen.
    Das andere Extrem, wo gar nicht geschaut wird, nicht mal über Youtube etc., finde ich auch krass. Es gehört ja doch irgendwie zu unserer heutigen Zeit. Wir haben vor zwei Jahren aufgehört Radio zu hören, Zeitung zu lesen oder normales TV-Programm zu schauen inklusive Nachrichten. Hat für uns den Hintergrund, dass die Medien zum Teil manipuliert werden und uns damit ein Bild suggeriert wird, dass alles in der Welt schlecht und böse ist. Da es aber so nicht ist und unsere Gedanken unsere Wahrheit formen, schauen und lesen wir nur noch Dinge, die in unseren Augen neutral, positiv und lustig sind. Seitdem wir es so handhaben, geht es uns besser. Wir sind optimistischer und zukunftsfreudiger. 🙂

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  7. interessant. Bei unserem zweijährigen regulieren wir das noch. Aber es ist schon angedacht, dass er das später allein entscheiden können soll. So wie jetzt auch mein älterer das darf (wenn er uns besucht). Meine Befürchtung ist aber einerseits der Mist, der da heutzutage ausgestrahlt wird (zu schnelle Bilder, komische Werthaltungen, Angstmacherei, Propaganda, Gewallt…) und vor allem die Werbung. Beides will ich schon ausschließen bzw. möchte da ein gutes Gefühl haben. Also haben wir uns vorsorglich die Arbeit gemacht und entsprechend Serien digitalisiert bzw. aufgenommen. Die Freiheit gilt dann also nur für die Inhalte, die auf der Festplatte sind. Da sind dann vor allem alte Klassiker aus den 70-90ern drauf, irgendwie gabs damals mehr tolle Kindersendungen. Wir nutzen dann dazu Kodi (auf einem Raspberry, der am TV angeschlossen ist) – da kann man dann noch Addons wie ZDFtivi hinzufügen, wo sich die Kinder ebenfalls bedienen können. So kann unregulierter Medienkonsum sicher klappen. Ob das beim klassischen TV mit DisneyChannel und SuperRTL klappt, würde ich sehr stark bezweifeln…

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    1. Na, ich weiß nicht. Mich plagt da einfach nicht diese Angst vor Gehirnwäsche. Hier wird alles querbeet gesehen. Streamingdienste, DVD, klassisches TV inklusive Werbung (der Atem kann jetzt wieder ausgestoßen werden…). Es läuft trotzdem in Bahnen, mit denen wir als Elten gut leben können.
      Andererseits denke ich, dass wir letztlich alle irgendeine Art von Vorauswahl treffen.
      Bei uns ist es halt so, dass es total egal ist, ob ein Horrorfilm auf DVD vorliegt, gestreamt werden kann oder im Free TV läuft – Horrorfilme kriegen die Kinder nicht zu sehen und basta. Wir sind der Meinung, dass das zuviele Fragen aufwerfen würde, deren Beantwortung so komplex ist, dass wir sie gerne noch ein paar Jahre aufschieben würden, um dann verständlicher zu werden. Bis dahin bleiben sie eben unter Verschluss.
      Das ist unsere Art der Vorselektion.

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  8. Hallo! Mich würde aber jetzt schon mal interessieren, ob du dich dann stundenlang mit den Kindern vor den Fernseher setzt und mitschaust (von wegen begleiten) . Denn wenn ich sie schon schauen lasse, würde ich die Zeit dann doch gerne auch nutzen, sei es für Hausarbeit oder zB ein Buch lesen, für mich etwas tun. Oder wäre das dann komplett falsch? Würde mich sehr über eine Antwort freuen, Fernsehen empfinde ich bei uns grade als echtes Dilemma 😳. Danke! Lg, Barbara

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    1. Liebe Barbara,

      Danke für deine Nachfrage. Die Antwort lautet: mal ja, mal nein. Da es in unserem Haushalt eine Freizeitbeschäftigung wie jede andere ist, wird sie auch so behandelt. Ich sitze ja auch nicht stundenlang neben malenden, knetenden, Lego bauenden… Kindern. Da mach ich auch den Haushalt oder rufe „Halleluja“ und arbeite meine Liste ungelesener Bücher ab. Ist das „Parken“? Parke ich meine Kinder vor der Knetdose? Ich find ja eher nicht.
      Aber ich bin im Bilde, was sie machen. Lasse mir erzählen und erklären, frage nach, rege an, erkläre meinerseits. Auch das ist Begleitung. Gilt für „Die Oktonauten“ in gleichem Maß wie für das Zahnradpuzzle.
      Ich hoffe, du kannst mit dieser Antwort etwas anfangen und wünsche euch einen schönen Tag.

      LG Jenny

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  9. Klingt sehr interessant. Kann man dieses Experiment auch noch mit 8 Jahren starten? Es ist so, daß unser Sohn auch viel TV schaut und ich mich auch oft dabei erwische zu sagen mach mal aus und lese was 🙂
    Mich würde interessieren, ob ich trotzdem auch Regeln aufstellen darf zwecks Schularbeiten? Sollen die fertig sein oder soll er lernen, es selber einzutackten? Und abends? Er macht ja dann aus, wenn es ins Bett geht. Diese Zeit darf ich aber vorschreiben?

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    1. Hallo Claudia,

      Es gibt kein „zu spät“ für Veränderungen. Ich rate nur davon ab, in einem so einseitigen Abhängigkeitsverhältnis „Experimente“ zu machen. Bzw es so zu nennen. Sprache formt das Denken. Ich würde mich energisch dagegen verwahren, wenn mein Mann mit mir ein Experiment starten würde, um mein Verhalten ihm genehmer zu machen, und da jederzeit die Kontrollgewalt drüber einbehalten würde, ohne dass ich mich wehren kann.
      Wirklich, das fände ich menschenunwürdig. Und Kinder sind auch Menschen mit einem verbrieften (im Grundgesetz) Anrecht auf würdevolle Behandlung.

      Ich rate weiterhin davon ab, dieses Lockerlassen mit einem Ziel zu starten. Selbstregulation bedeutet, ein Maß zu finden – und zwar innerhalb eines möglicherweise länger andauernden Lernprozesses, zu dem auch ein Hinausschießen über das Ziel gehört – mit dem das betreffende Individuum gut klarkommt. Dass DU dich mit dem Maß, das dein Sohn für sich findet, wohlfühlst, ist ganz explizit nicht Ziel der Selbstregulation.
      „Ich gebe das frei in der Hoffnung, dass er dann irgendwann das Interesse verliert und ich beruhigt sein kann“ kann derbe nach hinten losgehen. Das sollte dir bewusst sein.

      Ich wundere mich, warum du für soviele alltägliche Dinge Regeln brauchst und glaubst, sie vorschreiben zu müssen. Wo ist da die Beziehungsebene? Könnt ihr euch da nicht gemeinsam einswingen? Zusammen einen Weg finden? Ohne dass du das Gefühl hast, Dinge vorschreiben zu müssen?

      Liebe Grüße und nur Mut! Freiheit ist wunderbar,

      Jenny

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  10. Interessanter Artikel. Endlich mal ein Gegenpunkt zu dem ewigen „Fernsehen macht dumm und ADHS“.

    Ich stimme dir im Grunde zu, dass Fernsehen und Computer auch nur Freizeitbeschaeftigungen sind, wie andere auch. Und ja, auch mein kleiner Fernseh- und iPad-Junkie macht das Ding irgendwann mal freiwillig aus und widmet sich etwas anderem. Er kann das Gesehene gut verarbeiten, und wenn ihm etwas schlechte Gefuehle bereitet, schaltet er um. Was das angeht, mache ich mir keine Sorgen.

    Ich sehe nur einen Aspekt, der wirklich exklusiv den Bildschirmmedien eigen ist, und der mich beunruhigt: Ein Kind, das immer unbegrenzten Zugang zu Fernsehen, iPad und/oder Computerspielen hat, langweilt sich NIE. Es hat wirklich niemals einen oeden Moment. Denn irgendetwas interessantes laeuft heutzutage immer im Fernsehen.

    Mein Gefuehl ist folgendes: Im Gegensatz zu allen anderen moeglichen Freizeitbeschaeftigungen erfordert fernsehen keinerlei Anstrengung. Wenn mein Kind nun beim geringsten Anzeichen von Ermuedung oder Langeweile immer das Fernsehen anschalten kann, wird es nie die Kreativitaet entwickeln, die erst nach laengerem Nachdenken und/oder Rumprobieren zu tollen Ergebnissen fuehrt. Es wird nicht lernen, Langeweile auszuhalten und kreativ damit umzugehen.Ob das schlimm ist oder ob diese Art von Kreativitaet, Beharrlichkeit und Geduld vielleicht in der heutigen Zeit nicht mehr so wichtig sind, kann ich nicht beantworten.

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    1. Hallo Nicole,

      danke für dein Feedback.

      Ich finde deine Frage interessant und deine letzte Fragestellung nach der Wichtigkeit erfrischend.
      Ich kann dir zur Beantwortung auch keine Studien anbieten, sondern explizit nur meine individuelle Meinung und Beobachtung/Erfahrung.

      Zum einen glaube ich nicht, dass Beharrlichkeit, Kreativität etc. je wirklich aus der Mode kommen. Aber nicht jeder ist gleich prädestiniert dafür. Es muss nicht jeder neu schöpfen. Das ist auch nichts Neues. Das war schon immer so und ich finde das jetzt nicht so wild.

      Zur Langeweile kann ich nur sagen, dass es viele viele Erwachsene gibt, die mit Langeweile nicht gut umgehen können. Auch wenn sie als Kinder darauf „trainiert“ wurden. Ich teile da Juuls Ansatz des Bejubelns der Langeweile nicht. Dabei verwechsele ich Langeweile nicht mit Muße. Das ist was anderes und was Schönes.
      Ich bin aber zum Beispiel selbst ein Mensch, der Langeweile hasst. Wie gesagt, nicht gepflegtes Nichtstun, welches ich durchaus auch mal genieße. Sondern lähmende Langeweile. Die bei mir zB immer mit Antriebslosigkeit einhergeht. Grauslich. In meinem ganzen Leben ist bei Langeweile bei mir noch niemals etwas Tolles und Kreatives rausgekommen. Zwar hab ich am Ende immer etwas gefunden, womit ich mich beschäftigen kann, aber so wirklich befriedigend war und ist das nicht. Das war halt eine Notlösung, um der Langeweile zu entrinnen, aber es war schal.
      Kreativität, ein neuronales Feuerwerk, Ideen, etwas Neues – das kam und kommt bei mir immer aus der Fülle. Es kommt, wenn ich beschäftigt bin, wenn mein Geist auf Hochtouren läuft, meine Hände am Werkeln sind… DANN springt der Funke über. Dann entsteht etwas Neues. Sprudeln Ideen, entwickeln sich Konzepte.
      Und so ist es bei vielen Menschen. Nicht bei allen. Es gibt durchaus Menschen, die – für mich ebenso unverständlich wie irgendwie bewundernswert – aus der Langeweile etwas schöpfen.
      Das ist aber kein Grund, sie ihnen gezielt aufzuzwingen.

      Und nein, ich glaube nicht an das, was dein Gefühl dir da sagt. Zum einen finde ich nicht, dass etwas anstrengend sein muss, damit es gut ist. Und es gibt eine Menge anderer Freizeitmöglichkeiten, die auch nicht anstrengend sind, die keinerlei Kreativität erfordern, die nichts trainieren und wo es den meisten nichtmal im Traum einfallen würde, zu intervenieren.
      Und zum anderen w i l l man auch nicht immer fernsehen. Auch Kinder nicht. Gerade Kinder nicht, wenn sie sich eh schon langweilen.
      Wenn mein großes Kind (6) einen Anfall von grüner Langeweile hat und ich ihm mit dem Vorschlag komme, sich hinzusetzen und einen Film, meinethalben seinen Lieblingsfilm (die Sogwirkung müsste ja alles überwinden) anzugucken, dann guckt der mich an, als würde er sich fragen, ob mir einer heimlich ein Brötchen als Hirnersatz in den Kopf gelegt hat *lach*
      Was er in solchen Momenten definitiv nicht möchte, ist irgendwo sitzen und gucken.
      Gerade w e i l TV oder Tablet nichts anderes als eine weitere Freizeitmöglichkeit von vielen sind, üben sie eben keinen besonderen Reiz aus. Besonders nicht für ein Kind, das vor lauter Energie vibriert. Dann ist rumhängen und gucken, egal, wie interessant der Input ist, einfach schlicht nicht das, was er braucht, was er möchte, was ihn zufriedenstellt.
      Und dank seiner eigenen, selbst zusammengetragenen Medienerfahrung weiß er das.

      Er schaut TV und zockt Tablet, wenn er genau darauf Lust hat. Gleiches gilt natürlich für den Kleinen. Der ist aber diplomatischer. Der probiert Anti-Langweil-TV aus und schleicht sich dann klammheimlich davon, um sich woanders weiterzulangweilen 😉

      LG Jenny

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  11. Hallo 🙂

    auch ich habe diesen Artikel mit großer Aufmerksamkeit gelesen, er kommt genau richtig 😉 Denn mich beschäftigt das Thema Fernsehen und artgerechter Umgang damit schon seit langem.
    Als mein heute sechsjähriger Sohn fast vier war, haben wir das erste Mal einen Versuch gestartet ihm seinen Fernsehkonsum (bzw. Laptop – einen Fernseher haben wir nicht) zu überlassen. Nach einer furchtbar anstrengenden Woche (wir Eltern hatten uns fest vorgenommen nicht lenkend einzugreifen) haben wir das Ganze abgebrochen. Schlafen, Essen und Klogänge wurden völlig irrelevant. Am ersten Tag ist er erst nach Mitternacht ins Bett gegangen, ohne Abendessen. und auch nur, weil irgendwas am Laptop war und er nicht alleine weiter kam – wir lagen schon im Bett. An den anderen Abenden wurde es auch sehr spät, wie genau sie verliefen weiß ich allerdings nicht mehr. An Kindergarten war dann natürlich nicht zu denken. Ich genieße diese Zeit (nur mit mir und meinen Gedanken) allerdings und brauche sie auch um entspannt zu sein. Wir haben uns dann auf ein Zwischending geeinigt. Dazu haben wir gemeinsam eine bestimmte Zeit abgestimmt, die pro Woche geschaut werden darf und haben die als Fernsehkarten visualisiert (30 Min/Karte). Dadurch hatten wir zwar keine Diskussionen mehr wann, wie viel und überhaupt geglotzt werden darf aber so ganz das Wahre war es auch nicht. Die Zeit pro Woche wurde meist am ersten Sonntag am Stück verguckt. Hm. Das – auch im Artikel beschriebene – Aufsaugen von Medien blieb. Natürlich. Ich finde das schrecklich! Es macht mich Wahnsinnig mit der Frage nach Fernsehen (oder Tablet oder Handy oder Süßigkeiten) geweckt zu werden. Ich habe oft den Eindruck, mein Sohn ist beherrscht von dem Verlangen fernzusehen. Jetzt fängt auch meine 17 Monate alte Tochter mit dem Fernsehen an. Und zwar sehr ähnlich -.- Kaum ist sie wach fragt sie nach Kikaninchen… Dabei schränke ich sie – meiner Meinung nach – nicht wirklich ein. Ich merke aber, dass es mir seeeehr schwer fällt zuzusehen, wie sie da so vor der Glotze klebt und kaum was anderes macht. SO eingenommen war sie bisher von nichts anderem. Ich habe dabei einfach ein sehr ungutes Gefühl. Ja, auch schon einiges gelesen, was das ggf. nährt 😉 Aber ich merke es ja auch an mir selbst, dass ich mich, im Gegensatz zu langen (und häufigen) Lesestunden – ganz anders fühle, wenn ich lange am PC hing. Meine Müdigkeit bspw. merke ich beim Lesen auch früher, als wenn ich am Laptop hocke. Nun ja. Jetzt würde ich allerdings gerne vermeiden, dass meine Tochter genauso hmm…. versessen aufs Glotzen wird wie mein Sohn und wünsche mir auch für ihn, dass er einen anderen Umgang damit erfährt. Aber wie kann ich als Mutter das „Aushalten“ lernen? Gibt es irgendwo einen Punkt, an dem es hm… gerechtfertigt ist, wenn ICH aus mache? Ich finde das nämlich sau schwer! Mein Sohn guckt viel – in meinen Augen – Scheiß (mit Gewalt, frauenverachtenden Rollenbildern und dergleichen – alles Kindersendungen, es reicht ja, wenn sie das dezent vermitteln). Darüber reden ist nicht so sein Ding. Vor allem weiß er oft einfach auch nicht mehr, was er geguckt hat. Oder behauptet es jedenfalls. Und ich kriege es ja auch nicht immer mit und kann ihn darauf ansprechen. Außerdem finde ich sein Verhalten bezüglich Hörbüchern auch eher wenig motivierend. Da regulieren wir nicht. Außer wir haben das Bedürfnis nach Ruhe 😉 Und er hat eigentlich IMMER was an.

    Und wie war das bei euch mit Schlafen und Essen?

    Ich bin gespannt auf Antworten und Erfahrungsberichte 🙂
    Liebe Grüße,
    Lili

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  12. Hallo!;-)

    Ich lese sehr gerne deine Beiträge und versuche mich auch grade daran meine Ängste zum TV abzubauen.
    Allerdings ist meine Maus erst 21 Monate alt. Wir haben bis dato nie TV in ihrer Anwesenheit geguckt. Dann kamen schwierige Zahnputz-Zeiten und Bobo- der Siebenschläfer hat uns ganz unerzogen ein entspanntes Zähneputzen ermöglicht. Bobo ist aber scheinbar so spannend, dasssie ihn am liebsten rauf und runter schaut. Und wenn ich mich wage ihn aus zu machen…

    Jetzt frage ich mich nur, ob das in ihrem Alter auch schon selbstbestimmt möglich ist oder ist es zu früh?
    Grade so kognitiv…

    Lieben Dank schon mal!:-)
    Liebe Grüße
    Denise

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  13. Vielen Dank für diesen augenöffnenden Text! Ich wünsche mir sehnlichst den Kampf rund um den Medienkonsum mit meinem Sohn ad acta legen zu können – genauso wie du es beschreibst.
    Mich beschäftigt aber die Frage, ob das Fernsehen völlig „regellos“ von statten gehen sollte damit die Selbstregulation einsetzen kann. D.h. was ist wenn er am Anfang, wenn der freie Zugang zum nonstop Konsum ausartet, er partout nicht raus will bei strahlendem Sonnenschein – wir anderen aber schon (ihn aber mit 4 nicht alleine lassen können).
    Oder was ist wenn sein Freund inkl. Mutter zu Besuch kommen – da will ich ja nicht, dass er anstatt mit seinem Freund zu spielen, die beiden nur Fernsehen… insbesondere vor der anderen Mutter, die eine andere Auffassung zum Thema Fernsehen hat. Wenn ich ihm abverlange, dass in diesem Fall der Fernseher nicht angemacht wird, wird er seinen Freund nicht mehr einladen wollen…
    Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen.

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  14. Hallo,
    Ich bin auf diesen Blog gestoßen und würde gerne wissen, ab wann ein Kleinkind Fernsehen darf?
    Meine Tochter ist 10 Monate und im Moment lassen wir den Fernseher aus, weil ich einfach nicht alles ungefiltert sie sehen lassen will.
    LG Olga

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    1. Hallo Olga – dazu können wir dir leider keine Antwort geben. Die Praxis ist sehr unterschiedlich. Kleine Kinder allein vor den Fernseher zu setzen und wahllos alles gucken zu lassen, was so läuft, halte ich für wenig empfehlenswert und will davon abraten. Die Entscheidung, was für Euch – dich, dein Kind, deine Sorgen, eure Beziehung, dein vertrauen und Eure Familie richtig ist, könnt nur ihr zusammen treffen. Ich vermute das hat mit Eurem Alter nicht viel zu tun. Alles Gute, Nicola

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  15. Huhu zusammen,

    aus aktuellem Anlass bin auch ich bei diesem ermutigenden Text gelandet. 🙂
    Der Sohnemann (2,5 Jahre) liebt gerade auch das Tablet mit Maus & Co. Prinzipiell habe ich (bei meioMann ist das anders) da auch weniger ein Problem mit. Es gibt allerdings ein paar Punkte, die mich doch immer wieder verunsichern:
    1. Wenn er guckt, ist er meist null ansprechbar. Er reagiert überhaupt nicht. Auch wenn ich mit ihm über die aktuelle Sendung sprechen möchte/Interesse zeige, starrt er nur weiter gebannt auf den Bildschirm.Ab und an fragt er mich: „Was macht xy da?“ (Ist meistens mein Wortlaut, um zu zeigen, dass ich mich für seine Aktivitäten interessiere). Er hat die Frage noch nicht ganz beendet, da guckt er schon wieder drauf und meine Antworten/Nachfragen bleiben unkommentiert.
    2. Da geht es uns wie Denise: Schlafen, Essen, Rausgehen sind dann hier völlig abgemeldet. Beim Essen werden nur ein paar Hapse gegessen, um dann schnell wieder ans iPad zu können. Nervtötend ist dann jedoch, dass er mir kurz vor dem Schlafengehen auf den Keks geht, er habe noch Hunger. Aktivitäten draußen oder Spiele mit mir kann ich auch total vergessen. Sollte er nicht eigentlich für Zeit mit mir Feuer und Flamme sein?
    3. Aus seiner Lethargie erwacht er dann am Abend und dreht dann so richtig auf, wenn ich hundemüde bin. Genau dann fordert er meiner Meinung nach die Aufmerksamkeit ein, die ich dann aber nicht mehr in dem Maße geben kann/mag.
    4. Das gleiche gerade bei Süßigkeiten: Wenn er dürfte, würde er Gummibärchen und Co. statt Abendessen etc. essen.
    5. Hinzu kommt, dass gerade gefühlt fast jede Bitte ausgeschlagen/ignoriert wird, mit einem demonstrantiven „Nein“ und Kopf wegdrehen (ich bin mir bewusst, dass meine Bittr keine Aufforderung ist). Vor ein paar Wochen wäre er meiner Bitte noch oft nachgekommen, das kann ich jetzt aber komplett vergessen.

    Insgesamt fühle ich mich gerade hilflos und abgelehnt und habe das Gefühl, die Beziehung zu meinem Sohn zu verlieren. Das macht mich auch oft wütend und ich schimpfe in seiner Gegenwart aufs Tablet oder die Süßigkeiten. Wie kriege ich da den Dreh?

    Liebe Grüße,
    Einfach Ich

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